Pendlerinformationstag im Bezirk Deutschlandsberg

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ÖAAB Bezirksobmann Jürgen Kovacic, JVP Bezirksobmann Christian Marx und OPO Markus Habisch im Einsatz für die Pendlerinitiative im Bezirk DeutschlandsbergFoto 5

Die Steirer – ein Volk von Pendlern

Mehr als 60% der Erwerbstätigen, das sind rund 350.000 steirische Arbeitnehmer/innen, arbeiten nicht in ihrem Wohnort und müssen zum Teil erhebliche Strecken auf sich nehmen, um auf den Arbeitsort zu gelangen. Jeder Zweite legt eine Distanz von mehr als 20 km zurück, fast 50.000 Beschäftigte pendeln mehr als 100 km zur Arbeit.

In den Bezirken Deutschlandsberg und Leibnitz gibt es 32.004 Einpendler und 50.189 Auspendler.

Damit auch die Pendlerinnen und Pendler aus dem Bezirk Deutschlandsberg eine umfassende Information über die neue verbesserte Pendlerförderung erhalten, wurde ein Pendlerinformationstag durchgeführt. An Bahnhöfen und Busbahnhöfen fand eine Verteilaktion statt, in der die neue Pendlerförderung präsentiert wurde.

Verbesserungen bei der Pendlerförderung

Mit Hilfe der Steirischen Pendlerinitiative unter Obmann AK-Vizepräsident Franz Gosch konnte in diesem Jahr für die Pendler vieles positiv bewegt werden. So ist es gelungen, mit 1.1.2014 die Zumutbarkeitsbestimmungen für das große Pendlerpauschale zu verbessern, sodass insbesondere Pendler mit längeren Anfahrtswegen und unzureichender öffentlicher Verkehrsanbindung mehr Geld erhalten. Im Vorjahr wurde der Pendlereuro eingeführt, eine Pendlerförderung zusätzlich zur Pendlerpauschale (1 Euro pro Kilometer/Jahr). Starke  Verbesserungen gab es auch für Teilzeitbeschäftigte und Kleinverdiener, welche im Vorjahr erstmals eine Pendlerförderung erhalten konnten. Mit dem Jahresausgleich können diese Ansprüche nun rückwirkend geltend gemacht werden, sofern nicht schon die monatliche Lohnverrechnung dies berücksichtigt hat.

Die Verbesserungen sind ein sichtbares Ergebnis des permanenten Lobbyings seitens der Pendlerinitiative Richtung Bund. So ist es gelungen, die enormen Belastungen, welche das tägliche Pendeln mit sich bringt, den wichtigen Entscheidungsträgern bewusst zu machen. Die Reaktion des Gesetzgebers signalisiert Wertschätzung seitens der Bundespolitik für all jene Arbeitnehmer, die weite Strecken auf dem Weg zur Arbeit zurücklegen müssen. Gleichzeitig bringen die Erhöhung der Versicherungssteuer, Nova sowie permanente Erhöhungen bei den öffentlichen Verkehrsmitteln wiederum Belastungen für Pendler mit sich.

Eine jahrelange Forderung der Pendlerinitiative, welche auf mehreren politischen Ebenen immer wieder getrommelt wurde, ist berücksichtigt worden. Ab 1. Jänner 2013 wurde auch der Pendlerzuschlag für Kleinverdiener von 141 Euro auf 290 Euro angehoben, welcher als Negativsteuer zur Auszahlung gelangt. Zusammen mit der allgemeinen Negativsteuer für Kleinverdiener kann diese Gruppe von Pendler/innen über den Jahresausgleich bis zu 400 Euro netto vom Finanzamt geltend machen.

Auch die Pendlerbeihilfe des Landes und der AK wurde kürzlich verbessert. Das Jahreshöchsteinkommen für die Förderung auf 29.715 Euro erhöht und die Fördersätze um 5% verbessert. Somit kommen alle Pendler in dieser Einkommensgruppe, die mindestens 25 km Distanz zum Arbeitsplatz haben, in den Genuss einer jährlichen Förderung zwischen 92 Euro und 389 Euro.

Der Weg zur Arbeit ist teuer, zeitraubend und kann aufgrund der erhöhten Stressbelastung auch gesundheitliche Gefährdung bedeuten. ÖAAB-FCG und die Steirische Pendlerinitiative sind daher durch ständige Aktionen und Interventionen bemüht, die unangenehmen Erscheinungen des Berufspendelns für die Menschen zu entschärfen.

 Mehr unter www.pendlerinitiative.at